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Leitner schwingt Arbeitsplatzkeule

20. April 2013

Die Leitner-Gruppe, ein Teil davon ist die Firma Leitwind, droht mit einer Verlegung des Firmenstandorts aus Telfs in andere Länder. 210 Arbeitsplätze wären dadurch in Gefahr. Der Grund läge darin, dass vor Ort keine Windräder verkauft werden können und vor allem ärgert Leitner-Boss Michael Seeber, dass die Tiroler Landesregierung die betroffene Nordtiroler Gemeinde Gries am Brenner beim Rekurs am Verwaltungsgericht in Bozen unterstützt hat.

Vielleicht will Seeber nicht sehen, dass faktisch alle fachlichen Gutachten, darunter die des Landes Tirol, des Landesumweltanwaltes und des Umweltbeirates des Landes Südtirol sich eindeutig negativ gegen das Projekt Windpark am Sattelberg ausgesprochen haben. Bestätigt wurden diese Fachmeinungen mittlerweile durch das Verwaltungsgericht, das der Südtiroler Landesregierung, die sich über sämtliche Gutachten hinweg gesetzt hatte, sogar einen Bruch der eigenen Landesgesetzte attestiert. Der erhoffte Energiegewinn steht in keinem Verhältnis zu den Belastungen für Natur und Tourismus. Soll nun die Nordtiroler Landesregierung angesichts dieser Fakten nicht die eigene Gemeinde, sondern einen italienischen Unternehmer unterstützen?

Das Schema ist bekannt: Wenn der von der Politik zu treffende gesellschaftliche Interessensausgleich gegen Wirtschaftsunternehmen ausgeht, kommen die Arbeitplätze als Druckmittel ins Spiel. Erschreckend, wie schnell hier mit der Lebenssituation von 210 Menschen und deren Angehörigen umgegangen wird. Ein Unternehmen muss Gewinne machen. Sind diese nicht gegeben oder ändert sich die Weltmarktsituation, gehen die Arbeitsplätze so oder so verloren. Sollte diese Gegebenheit zutreffen, werden auch ein paar fragliche Windräder in Tirol nichts daran ändern.

Und schließlich gibt es ja auch einen österreichischen Weltmarktführer im Lift-Business (Doppelmayr), der bis jetzt nicht mit dem Abzug von Produktionsstandorten droht!

tt 11.04.2013 leitner droht mit telfs abzug

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Mitarbeiter als Druckmittel zum Durchsetzen von Wirtschaftsinteressen

20. April 2013

Ein Leserbrief aus der Tiroler Tageszeitung vom 18.04.2013:

TT 18.04.2013 leserbrief windräder in einem naherholungsgebiet

Die Arbeitsplatzkeule

12. März 2013

Geht es um die Durchsetzung von Erschließungsprojekten, bei denen Naturräume zerstört werden, wird als Trumpfkarte gebetsmühlenartig das Argument der Arbeitsplätze ins Treffen geführt. Dasselbe Argument in Kombination mit der viel zitierten Wettbewerbsfähigkeit diente in den letzten 2 Jahrzehnten dazu, dass die Schere zwischen Arm und Reich ständig weiter aufging und dass die Einkommen europaweit faktisch nicht gestiegen sind. Ein globalisiertes Wirtschaftssystem, das von jenen geschaffen und weiter ausgebaut wurde, die am meisten davon profitierten, wurde den Bürgern gleichsam als Naturgesetz, zu dem es keine Alternativen gibt, serviert. Die unglaublichen Gewinne für vergleichsweise einige Wenige wurden in ebenso unglaubliche Finanzprodukte investiert und potenziert. Die Zeche zahlen wie immer die Bürger.

Ein bemerkenswerter Leserbrief aus dem Erker vom März 2013 beleuchtet die Mechanismen auf lokaler Ebene:

(Auf das Bild klicken, um zum Leserbrief zu gelangen)

Kein Windpark in SchneeErker März 2013

 

Landschaftsschutz scheint Südtiroler Landesregierung kein Anliegen zu sein

1. März 2013

Die Gemeinde Pfitsch möchte Teile ihrer einzigartigen Gebirgslandschaft unter Schutz stellen, um eine weitere Erschließung, insbesondere durch Windräder hintan zu halten. Nachdem die Landschaftsschutzkommission den Antrag angenommen hatte, lehnte die Landesregierung die Änderung des Landschaftsplanes ohne Begründung ab. Die Gemeinde wird beim Verwaltungsgericht in Bozen Rekurs einlegen.

Sattelpress wünscht der Gemeinde viel Erfolg!

(auf den Artikel klicken, um in den Lesemodus zu gelangen)

Neue Südtiroler Tageszeitung 12.02.2013

Der Sattelberg – Rom – und ein gewisses Maß an Sturheit

11. Februar 2013

Wie bereits umfassend berichtet, hat das Verwaltungsgericht in Bozen in einem geradezu vernichtenden Urteil (nachzulesen auf dieser Homepage) dem ökologisch unsinnigen Windpark am Sattelberg eine Absage erteilt. Trotzdem geht die Betreibergesellschaft WPP 1 in die nächste gerichtliche Instanz nach Rom. Kaum vorstellbar, dass der zuständige Staatsrat bei derart gravierenden Mängeln anders urteilen wird. Ein Indiz darauf ist unter anderem der Umstand, dass sich weder das Land Südtirol, dessen Urteil schließlich Gegenstand der Berufung war, noch die Gemeinde Brenner am Gang nach Rom beteiligt.

Mehr dazu  in der Tiroler Tageszeitung vom 8.2.2012 (auf die Graphik klicken, um in den Lesemodus zu gelangen)

TT 8.2.2012

Späte Einsicht

11. Februar 2013

… titelt die Neue Südtiroler Tageszeitung vom 9./10. Februar im Hinblick auf das Verhalten der Landesregierung im weiteren rechtlichen Verfahren um den Windpark am Sattelberg. Riccardo Dello Sbarba und Hans Heiss freuen sich, dass in der Südtiroler Landesregierung die Vernunft Platz greift und keine weiteren Verfahrenskosten im Hinblick auf „das ökologisch und jurischtisch unhaltbare Projekt“ für den Südtiroler Steuerzahler mehr anfallen.

Mehr dazu im folgenden Artikel

Neue Südtiroler Tageszeitung 9.10.Feb.2012

Windige Geschäfte boomen

30. Dezember 2012

Ein vom Bozner Energieunternehmen Fri-el errichteter Windpark in Süditalien ist von den Carabinieri beschlagnahmt worden. Es geht laut Medienberichten um erschlichene öffentliche Gelder in der Höhe von 178 Mio. €.

Das Beispiel zeigt wieder einmal, dass unter dem Titel Energiewende knallharte Geschäfte gemacht werden. Die Zeche wird der Stromkunde mit enormen Preissteigerungen bezahlen. Laut Horst von Buttlar von der Financial Times Deutschland ist das neue Energiegeschäft einer der größten Umverteilungsprozesse von unten nach oben der letzten Jahre. So bekommen zum Beispiel einem Artikel des „Guardian“ zu Folge englische Großgrundbesitzer rund 124 Mio. € pro Jahr als Miete für Windparks.

Die wahre Energiewende beginnt bei Energieeffizienz und Energiesparmaßnahmen, von denen leider weit und breit nicht viel zu sehen ist – aber damit ist ja kein Geschäft zu machen!

Artikel aus den „Dolomiten“ vom 29./30.12.2012

fri-el windpark