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Initiative gegen das Windkraftprojekt „Sattelberg“ und „Sandjoch“ | Iniziativa contro i parchi eolici al Sattelberg e al Passo del Santicolo

Kein Windpark am Brenner, sondern Schutz für eine herausragende Kultur- und Naturlandschaft.

Direkt an das Landschaftsschutzgebiet auf Nordtiroler Seite angrenzend, sollen die Windparks Sattelberg und Sandjoch errichtet werden. Auf Südtiroler Seite würden die industriellen Anlagen in unmittelbarer Nähe zum  Biotop „Sattelmöser“ liegen. Der Windpark Sandjoch umfasst 9  Windräder (WKA) und wurde von der Südtiroler Landesregierung bis jetzt nicht beschieden. Der ursprünglich 22 WKAs umfassende Windpark Sattelberg erhielt im Oktober 2011 trotz eines eindeutig negativen Gutachtens des Umweltbeirates die Genehmigung der Landesregierung mit 19 Anlagen.  Der Bau des Windparks in dieser Höhenlage und Exponiertheit wäre bislang einzigartig im Alpenraum und hätte vermutlich negativen Vorbildcharakter.

Welche Folgen hätte dieser Eingriff?

Sattelberg und Sandjoch sind eine herausragende Kultur- und Naturlandschaft mit einer bemerkenswerten Flora und Fauna. Im Sommer bietet dieser Kamm ein viel besuchtes Wandergebiet, durch das auch der mit EU-Mitteln errichtete „Tiroler Höhenweg“ von Mayrhofen / Zillertal nach Meran führt.  Im Winter sind der Sattelberg und die angrenzenden Berge eines der beliebtesten Skitourengebiete weitum. Die bis zu 95 Meter hohen Anlagen wären laut einer Studie des Landes Tirol vom Karwendel bis hin zu den nördlichen Dolomiten sichtbar und damit ein gravierender landschaftsästhetischer Eingriff. Die Verwirklichung dieses Projektes würde den Wert dieser Landschaft für den sanften Bergtourismus und für die Naherholungsfunktion der heimischen Bevölkerung gänzlich zunichte machen.

Für den Bau der 19 WKAs wären massvie Eingriffe nötig, wie:

  • Anlage von ebenen Baustellenflächen von je ca. 1300 m², ein Betonfundament mit einem Volumen von je bis zu 400 m³, Erdbewegungsarbeiten von ca. 20.000 m³.
  • Massiver Ausbau bzw. gänzliche Neutrassierung einer Straße auf 15 km Länge (entspricht der Länge der Straße auf den Jaufenpass von der Sterzinger Seite). Die Straße muss über 5 Meter breit sein und Kurvenradien für Kräne mit 100 Tonnen Eigengewicht und 20 Metern Länge bieten. Auf über 4 km Länge sind künstliche Stützbauwerke mit teilweisen Höhen von 5 Metern erforderlich.
  • Für die 2 bis 3 jährige Bauphase Errichtung einer Seilbahn, die Lasten bis zu 30 Tonnen befördern muss.
  • Massive Erd- und Felsgrabungsarbeiten für eine unterirdische Stromleitung oder als Alternative der Bau einer Hochspannungsleitung

Große Bedenken gibt es hinsichtlich der Auswirkungen auf die heimische Tier- und Pflanzenwelt. Insbesondere gilt dies auch für die Zugvögel, da der betroffene Bergkamm eine bedeutende Vogelzugstraße schneidet. Immer noch offen ist die Frage, wie die Windkraftanlagen im Winter gewartet werden, ebenso wie die Zuständigkeit für den Abbau bei Unwirtschaftlichkeit oder nach Abblauf der Lebensdauer.

Aus Raumordnungssicht ist festzuhalten, dass:

  • das Wipptal bereits die größte verkehrsmäßige Transitbelastung von allen Alpenübergängen zu tragen hat (mehr als die gesamte Schweiz),
  • mit dem Brennerbasistunnel auf Jahre hinaus eine der größten europäischen Baustellen vor Ort ist,
  • im Wipptal 188 Wasserkraftwerke bestehen, die regenerativen Strom für ca. 900.000 Menschen liefern.

Mit den Alpenvereinen erkennen wir den Wert von Windkraftanlagen für eine nachhaltige Energieversorgung ausdrücklich an. Das vorliegende Projekt widerspricht jedoch den Grundsätzen eines maßvollen, sorgsamen und verantwortungsvollen Umgangs mit dem sensiblen alpinen Ökosystem. Der Aufwand für Bau und Wartung der Anlagen wäre gegenüber anderen Standorten unverantwortlich hoch, die Gesamtenergiebilanz des Projektes fraglich. Der Landschaftsschutz und der Erholungswert der Brennerberge stehen auf dem Spiel. Klima- und Landschaftsschutz würden gegeneinander ausgespielt. Die Vorteile für die Öffentlichkeit sind begrenzt, die Gewinne der Stromerzeugung kämen zum größten Teil den Betreibern zugute.

Deshalb sagen wir fünfmal NEIN!

  • NEIN zur Zerstörung einer unerschlossenen Naturlandschaft und zur Umwandlung vom alpinem Grün in Industriegebiet
  • NEIN zur Verbauung eines naturnahen Erholungsraumes und zum massiven Straßenbau im Hochgebirge
  • NEIN zur intensiven Lärmbelästigung durch Verkehr bis in große Höhe und den Rotorenlärm der Windräder
  • NEIN zur Zerstörung von Lebensräumen unserer Tier- und Pflanzenwelt und zur Beeinträchtigung eines bedeutenden Vogelzuggebietes
  • NEIN zur Entstellung der Landschaft durch weithin sichtbare Windräder

Aber ein fünffaches JA!

  • JA zur Natur als nicht erneuerbaren Wert für uns alle
  • JA zur Erhaltung eines der schönsten Wandergebiete Süd- und Nordtirols
  • JA zur Erhaltung eines ökologisch sensiblen Lebensraumes für Menschen, Tiere und Pflanzen
  • JA zur Stärkung eines nachhaltigen Tourismus im Brennergebiet
  • JA zu nachhaltiger Energie in sanfter, landschafts- und naturschonender Form

 

Für mehr Informationen klicken Sie hier. (Öffnet einen Folder als PDF)

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